Direkt zum Seiteninhalt



Gibt es einen Unterschied zwischen Paarcoaching und Paartherapie?




Die Grenzen sind kaum zu ziehen. Je nach Paar und Themenstellung finden beide Ansätze Einzug in die Zusammenarbeit. Der größte Unterschied zwischen Coaching vs. Therapiegesprächen bzw. zwischen Paarcoaching und Paartherapie liegt in der Zielorientierung. Die Therapiearbeit erfordert häufig einen stärkeren Bezug zu Problemfeldern in der Vergangenheit und die Geschichte der Partner.

In einem Coaching stelle ich dem Paar eher zukunftsorientierte Fragen, um einem oder beiden Partnern in einer Beziehung zu helfen, förderliche Veränderungen stattfinden zu lassen. Themen können zum Beispiel die Verbesserung der Kommunikation oder das Eingehen auf die Bedürfnisse des Partners darstellen. Durch ein Coaching soll das persönliche Wachstum jedes Einzelnen im "Hier und Jetzt" gefördert werden. Die Verbesserung wird anhand von Metriken beurteilt, die von den Interessengruppen festgelegt wurden.

Bei der Therapie geht es häufig stärker darum, Menschen einen sicheren Raum für die Kommunikation zu bieten, damit sie emotionale Probleme lösen können oder das Paar sich mit den Thematiken auseinandersetzen kann, über die sie bisher kaum oder gar nicht sprechen konnten (z.B. eine frühere Scheidung, Untreue, Gewalt, Krankheit oder Verlusterfahrungen etc.). Vergangene Gegebenheiten, die gegenwärtig verhindern, dass die Partner in der Beziehung glücklich sein können.
Im Wesentlichen gilt es bei Therapieklienten eher um die Heilung und bei Coaching-Klienten eher darum, schnell Ergebnisse zu erzielen (je nachdem, welche Ziele das Paar sich setzt). Therapieklienten möchten stärker verstehen, wieso sie fühlen, was sie fühlen; Coaching-Klienten möchten schneller zukunftsgerichtet Maßnahmen ergreifen, um ihr Leben entsprechend der Zielverwirklichung zu verändern. Die Paartherapie besteht darin, mit ungelösten Problemen aus der Vergangenheit umzugehen, die sich auf die Fähigkeit auswirken, gemeinsam glücklich zu sein. Wenn ein Partner Schwierigkeiten aufzeigt, seinem Partner zu vertrauen, obwohl keinerlei Gründe in der aktuellen Beziehung für ein Misstrauen gegeben sind, können die Erfahrungen in vorherigen Beziehung den Grundstein für ein Misstrauen zum Partner gelegt haben. Hier wird stärker in diese Verletzungen und Erfahrungen hineingesehen und im nächsten Schritte wieder zukunftsgerichtet am Aufbau des Vertrauens gemeinsam gearbeitet.

Beim Paarcoaching geht es häufig stärker darum, die Gewohnheiten der Partner in der Gegenwart zu beurteilen und anzupassen, damit sie in Zukunft die gewünschten Ergebnisse erzielen können. Sei es, indem sie kurzfristig etwas neu strukturieren und organisieren, beispielsweise um mehr Zeit für das Paar zu ermöglichen und diese qualitativ hochwertig miteinander verbringen zu können. Indem die Partner als Paar auf längerfriste Ziele hinarbeiten, werden Konflikte minimiert und Gemeinsamkeiten gestärkt.

Mögliche Fragestellungen, die der Paartherapeut an das Paar stellen könnte:  

  • Was erhoffen Sie sich durch eine Beratung?
  • Wo möchten Sie als Paar sich hinentwickeln?
  • Was ist das gemeinsame Ziel und die individuellen Ziele?
  • Welche Fragen sollen in dem Paar-Coaching unbedingt Beachtung finden?
  • Welche Problematik tut sich immer wieder auf und was wünschen Sie sich dabei?
  • Wie könnten Sie ihre Wünsche realisieren bzw. Ziele erreichen?
  • Welche Fähigkeiten bräuchten Sie und an welchen Fähigkeiten möchten sie arbeiten?
  • Welche Erfahrungen liegen dem Problemverhalten zugrund?
  • Wie sind die Beziehungsmuster und Erziehungserfahrungen der Partner?
         
Möchte ein Paar beispielsweise aufhören, sich ständig über Geld zu streiten, sollten die notwändigen Schritte geplant und ein Plan aufgestellt werden, um die Finanzen wieder auf Kurs zu bringen und das Vertrauen zu stärken. Sollte ein Paar nach der Geburt von Kindern sich nur noch als Elternteil sehen und die Paarbeziehung vernachlässigen, gilt es wieder den Blick füreinander zu stärken, um wieder den Menschen im Partner zu entdecken, in den man sich einst verliebt hatte. Es gibt Dinge, die beide Partner tun können, um die Funken der Liebe wieder zu entzünden. Wie sollte der Abend gestaltet werden? Welche positiven Rituale sollten Einzug in die Partnerschaft finden? Diese Schritte werden gemeinsam in der Paararbeit erkannt und vom Paar in den Alltag integriert.

Sowohl beim Paarcoaching als auch bei der Paartherapie geht das Endziel typischerweise über offene Ziele wie "Glücklichsein" oder "Vergangenheitsbewältigung"  hinaus. Es geht darum, den Kunden zu helfen, messbare Ergebnisse zu erzielen. Manchmal ein wenig schneller, manchmal ein wenig langsamer. Die Geschwindigkeit und Größe der Schritte hängt stets von den Wünschen und Voraussetzungen des Paares ab. Im Grunde soll eine bessere Zukunft erreicht werden.  Manchmal muss man stärker in die Vergangenheit schauen, ein andermal kann im "heute" begonnen werden.



Zurück zum Seiteninhalt